Bericht aus der Neuen Obwaldner Zeitung zur diesjährigen Theaterproduktion "Der Schuster Aiolos"
Kurt Liembd
Hohe Sprachkompetenz und packende Livemusik sind auffallend am Kollegi-Theater. Das alles unter
der erstmaligen Regie
von Roman Walker.
Dass das Theater "ein wesentlicher kultureller Bestandteil der Stiftsschule Engelberg" ist, zeigt sich eindrücklich an der diesjährigen Inszenierung. Die halbe Schule ist ins Projekt involviert, angefangen bei der Garderobe über Festwirtschaft und Requisiteure bis hin zu Musikern und Schauspielern. Bemerkenswert ist auch, dass das Kollegi-Theater nach 30 Jahren Pater Robert Bürcher auch unter neuer Regie eine würdige Fortsetzung findet. Roman Walker, übrigens der erste weltliche Stiftskapellmeister im Kloster Engelberg, ist aber weit mehr als nur Regisseur. Er dirigiert das Orchester, arrangierte die Musik zum Theater und sorgt auch nach der Aufführung mit seiner Bigband für gute Stimmung.
Foto: C. Studer
Es geschehen unerwartete Dinge Wir befinden uns mitten in der Römerzeit. Bühnenbild. Kostüme und teilweise die Musik widerspiegeln diese alte Zeit eindrücklich. Schuster AIolos ist hoch verschuldet. Doch anstatt endlich die Gläubiger zu befriedigen, geht er lieber ins Theater. Als ihm das Wasser bis zum Hals steht, beschliesst er, beim abtretenden römischen Kaiser vorzusprechen. Dort entwickeln sich völlig unerwartete Dinge, bis Schuster Aiolos selbst als Kaiser auf dem Thron sitzt. Verwechslungen und köstliche Dialoge lassen die Begeisterung spüren, mit der die Jugendlichen bei der Sache sind.
Auuffallend ist die gepflegte Hochspreache fast aller Beteiligten. Die hohe Sprachkompetenz ist denn auch Spiegelbild einer modernen Mittelschule. Nicht weniger als 20 Spieler stehen auf der Bühne – unter ihnen Handwerker, Feldherren, römische Kaiser, römische Feldherren, Boten und viele mehr.
Exemplarisch für die vielen Leistungen sei nur Reto Bugmann (19) ,in der Rolle des Schusters Aiolos erwähnt, der mit Schalk und souveräner Gestik brilliert. Die meisten der restlichen Darsteller stehen ihm in nichts nach, auch wenn die Rollen teilweise recht schwierig zu spielen sind. So übernehmen zum Beispiel junge Mädchen die Rolle eines Schreiners (Anna Spieler) oder eines Steuereintreibers (Julia Bircher).
Gelungene Premiere
Wesentlichen Anteil am Erfolg hat auch das 19-köpfige Live·Orchester. Sei es bei einem römischen Einzug, mit einer Fanfare oder sogar mit Verdis Triumphmarsch aus „Aida“ – das Orchester ist immer passend zur Stelle. Nach der gelungen Premiere am Samstag herrschte rundum gute Stimmung und auch Roman Walker zeigte sich sehr zufrieden. „Es ist schon toll, miterleben zu können, wie alle Mitwirkenden ihre Aufgabe erledigen, in ihre Rollen hineinwachsen und so ein Stück Römerzeit zum Leben erwecken.“